16 Jahre nach dem ersten Teil der "Das Schwarze Auge"-Serie wandert endlich wieder ein DSA-Rollenspiel in unsere Laufwerke. Während wir 1992 noch das Diskettenlaufwerk dafür bemühten, brauchen wir diesmal jedoch schon ein DvD-Laufwerk. Ein deutsches Rollenspiel, von einem deutschen Entwickler für deutsche Spieler. Kann das was werden?
Das Schwarze Auge Drakensang |
| Entwickler: | Radon Labs |
| Publisher: | DTP Entertainment
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| System: | PC |
| Genre: | Rollenspiel |
| Spieler: | 1 |
| Release: | 01.08.2008 |
| System: | CPU 2,4GHz 1024MB Ram 6600GT oder vergleichbar |
Auf dem Pen & Paper Markt gibt es zwei große Namen und zwar Dungeon & Dragons und Das Schwarze Auge. Während ersteres vor allem international Erfolg feiern konnte, blieb Das Schwarze Auge bis vor einigen Jahren noch ein rein deutschsprachiges Produkt. Mit Stift und Papier und einem Würfel in der Hand wird in mysteriöser Runde Rollenspiel betrieben. Für alle Leute, die entweder keine Gelegenheit hatten an solchen Runden teilzunehmen, oder einfach ein gesundes Schamgefühl besitzen, gab es schon frühzeitig die Computerspiele zu Das Schwarze Auge.
Während das Regelwerk von Dungeon & Dragons für

viele verschiedene Spiele den Background bot (Baldurs Gate, Knight of the old Republic usw…), wurde das DSA Regelwerk lediglich von den eigenen Spielen verwendet. Mit
Die Schicksalsklinge,
Sternenschweif und
Schatten über Riva wurde in den Jahren von 1992 bis 1996 die Nordlandtrilogie vom Entwickler Attic erschaffen. Anders als das Pen & Paper konnten diese Spiele sogar internationalen Erfolg feiern. Seit Schatten über Riva sind 12 Jahre vergangen und endlich dürfen wir wieder ein Das Schwarze Auge in den Händen halten. Mit Drakensang tritt der Berliner Entwickler Radon Labs definitiv ein schweres Erbe an. Die Nordlandtrilogie zählte zu den Hardcore-Rollenspielen, einem Genre, welches mittlerweile vollständig ausgestorben ist. Die amerikanische Rollenspiel-Entwicklung geht immer mehr in Richtung „Einsteigerfreundlich“ und auch deutsche Entwickler orientieren sich immer mehr an den amerikanischen Markt. So setzten sich als jüngstes Beispiel die Jungs von Piranha Bytes in die Nesseln, als sie sich mit Gothic 3 hoffnungslos übernommen hatten.
Dies alles will Radon Labs besser machen… Ein Entwickler, auf dessen Namen bisher lediglich Spiele wie „Verliebt in Berlin“ und „Riding Star 2“, eine Reitsimulation, gehen. Es gibt definitiv viele Gründe um skeptisch zu sein.
Die ersten Schritte Der erste Eindruck vom Spiel war „wow“. Man wird als Spieler wirklich sehr selten von einem Spiel extrem überrascht, aber Drakensang gehört zu einem jener. Was einem als erstes auffällt, ist der sehr schön geglückte Spagat zwischen komplexem Rollenspiel und Einsteigerfreundlichkeit. Im Hintergrund werkelt die ganze DSA-Mechanik und auch die Stats-, Fertigkeiten- und Eigenschaften-Anzeigen werden mit kryptischen Abkürzungen und Rechenformen angegeben. Das schöne ist aber, man kann sie am Anfang einfach ignorieren. Als Einsteiger ohne Ahnung von Das Schwarze Auge kann man Drakensang wie ein stink normales Rollenspiel spielen.
Später werdet ihr euch aber auch mit dem Hintergrund des Spieles befassen wollen. Hierzu mus

s lobend das 80-seitige Handbuch erwähnt werden. Oft wird man mit einem vierseitigen Faltblatt in Schwarz-Weiss abgespeist, wo in 16 verschiedenen Sprachen kurz die Steuerung erklärt wird. So aber nicht bei Drakensang. In Farbe und auf Hochglanzpapier werden euch die einzelnen Mechaniken des Spieles näher gebracht und jede einzelne Fähigkeit, jeder Zauber und alle Zustandsveränderungen erklärt. Dazu erhaltet ihr noch auf einem stabilen Faltblatt alle Spezialfähigkeiten dargestellt. An dieser Stelle möchte ich übrigens auch die meistgestellte Frage schon einmal beantworten: Während Attribute und Steigerungen im Charakterbogen gemacht werden, müssen Spezialfähigkeiten beim jeweiligen Trainer gelernt werden. Leider sind die Fähigkeiten, die erworben werden können, sehr überschaubar. Der eine oder andere weitere Skill hätte dem Spiel sicher nicht geschadet. Ansonsten solltet ihr bei diesem grandiosen Handbuch keinerlei Probleme haben, in die Welt von Das Schwarze Auge einzutauchen.
Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Ihr erhaltet einen Brief von einem alten Freund aus Ferdok, in diesem Brief wird von mysteriösen Morden berichtet, welche in der Stadt geschehen. Ihr macht euch also auf den Weg zu eurem Freund, um bei der Aufklärung der Morde zu helfen. Schnell erfahrt ihr aber, dass der Zugang zur Stadt versperrt ist und so gelangt ihr in euer erstes Abenteuer. Das Spiel spielt zwar immer in abgesperrten Gebieten, aber diese sind immer so groß, dass ihr euch nicht „gelenkt“ fühlt. Somit können auch die Entdecker unter euch die Welt ein wenig erkunden. Sobald ihr mit der Hauptquest einer Zone fertig seid, könnt ihr diese verlassen und in eine andere Zone wechseln.
Die Reise findet durch einen Strich auf einer Landkarte statt und in ganz klassischer DSA-Manier könnt ihr auf diesem Weg auch auf Überraschungen stoßen. So werdet ihr im Wald mal auf ein Rudel Wölfe stoßen, oder Wegelagerer probieren Wegzoll von euch zu verlangen. Etwas negativ stößt lediglich die Designentscheidung auf, dass man einmal verlassene Gebiete nicht erneut betreten kann. Verlasst ihr also eine Zone und habt noch nicht alle Nebenaufgaben erledigt, werden diese als gescheitert in das Questlog übernommen. Dies erlaubt den Entwicklern zwar die Zonen in der Storyentwicklung stärker einzubinden, werden aber bei einigen von euch sicher für etwas Unmut sorgen.