Lange musste man darauf warten und vielleicht musste sich
der eine oder andere auch mal auf dem Schulhof damit befassen. Wer ist
stärker? Mario oder Sonic? In Super Smash Bros. Brawl wird diese Frage,
zumindest fast, beantwortet! Wir haben für euch die schon seit einigen Monaten verfügbare
US-Version ausgiebig angetestet. In Deutschland ist das Spiel seit dem
27. Juni auf dem Markt.
Es darf geprügelt werden Super Smash Bros. Brawl |
| Entwickler: | Nintendo |
| Publisher: | Nintendo
|
| System: | Wii
|
| Genre: | Fun-Beat n Up
|
| Spieler: | 1-4 |
| Release: | 27.06.2008 |
Wer die Serie noch nicht kennt, der sei hier einmal in das Spiel
eingeführt. Super Smash Bros. Brawl ist im Grundprinzip ein Fun Beat n Up. Also
ein wenig wie Street Fighter oder Tekken. Ihr müsst mit eurem Charakter dem
Gegner solange auf die Nase geben, bis er schwach genug ist ihn aus der
Arena zu werfen. Anhand einer steigenden Prozentanzeige könnt ihr sehen, wie
leicht ein Gegner aus der Arena geworfen werden kann. So ist es bei 40% quasi
unmöglich, dass ihr ihn aus der Arena kickt. Bei 300% reicht dagegen aber schon
ein kleiner Stupser.
Nintendo-typisch steht aber nicht unbedingt Skill im
Vordergrund, sondern Spaß. Dazu gehören auch die bekannten, auf Glück basierenden Gegenstände. Diese fallen vom Himmel und geben dem Fänger einige Vorteile in
der Arena. Das fängt ganz banal mit verschiedenen Arten von Essen an, welches
euren Prozentwert senkt. Es können aber auch Waffen wie Baseballschläger,
Laserschwerter oder Raketenwerfer vom Himmel regnen. Die Items selbst sind aber
nicht so stark, dass sie den Kampf entscheiden können, viel mehr dienen sie als
kleine Hilfe im Kampf.
Alles unter Kontrolle 
Bei der Steuerung haben die Entwickler übrigens völlig auf
Motion-Sensoring verzichtet. Das Steuerungskonzept ist auf den GameCube- oder
Classic-Controller optimiert. Eine Steuerung mit der Wiimote ist zwar möglich,
aber durch die schlechte Ergonomie der Wiimote sollte einer der anderen
Controller bevorzugt werden. Trotz dieser Optimierung kommt die Steuerung bei
den Classic-Controllern übrigens nicht ohne Schwächen aus. So ist man zum
Beispiel gezwungen, seinen Charakter mit dem Analogstick zu steuern. Das
digitale Steuerkreuz ist mit Verspottungs-Animationen belegt. Sehr störend
wirkt sich das beim Springen aus. Gesprungen kann entweder per Knopf, oder aber auch indem man den Analogstick nach oben bewegt. So sorgt die unachtsame Bewegung des Sticks doch gelegentlich dazu, dass der Charakter unbeabsichtigt
springt.
Zum Glück bietet
das Spiel aber die Möglichkeit, die Steuerung großzügig nach seinen eigenen Bedürfnissen
anzupassen.
Dass sich Super Smash Bros. Brawl nicht ausschließlich an
Hardcore-Gamer wendet, erkennt man auch am Combo-System. Anders als bei den
meisten anderen Genre-Vertretern muss bei SSBB keine endlose Tastenkombination
eingegeben werden, damit ein Angriff ausgeführt wird. Bei SSBB braucht ihr
lediglich einen Komboknopf drücken und je nach Stellung des Analogsticks führt
der Charakter eine andere Kombo aus. Jeder Charakter hat damit vier
verschiedene Komboangriffe (Mitte, Oben, Unten und Links und Rechts sind
jeweils der gleiche). Der obere Move ist übrigens fast immer eine
Sprung-Kombination, die euch vor vielen Abgründen retten kann.
Abgründe
Wie schon erwähnt ist das Ziel des Spieles den Gegner aus
der Arena zu werfen. Je nach Einstellungen ist ein Kampf gewonnen, wenn der
Gegner oft genug aus der Arena gekickt wurde. Dieses System ersetzt damit
komplett die Hitpoints-Leiste aus anderen Spielen, denn ein Spieler kann soviel
Schaden bekommen wie er möchte, wenn er nicht aus der Arena geworfen wird
verliert er auch kein Leben. Wie aber schon zu Anfang erwähnt, steigt mit zunehmendem
Schaden auch die Prozentleiste und damit die Chance, dass man aus der Arena
gekickt wird.

Dieses System bietet viel Platz für Kritik. Denn eines der
Hauptprobleme an Super Smash Bros. Brawl ist die Unausgewogenheit der einzelnen
Charaktere. Insgesamt könnt ihr aus einer Auswahl von 35 Kämpfern wählen, wovon
aber eine gute Handvoll erst freigespielt werden möchte. Leider schaffte
Nintendo es aber nicht, eine vernünftige Balance zwischen ihnen herzustellen. Das Problem sind gar nicht mal die unterschiedlich starken Kombos, sondern liegen viel banaler.
Bei den meisten Charakteren führt das Drücken vom Komboknopf
bei gleichzeitigem Hochdrücken vom Analogstick zu seiner Sprungkombination.
Diese kann euch sehr oft vor dem Abgrund bewahren. Leider gibt es aber
Charaktere, die nur eingeschränkt über diese Fähigkeit verfügen. So braucht
Diddy Kong zum Beispiel festen Boden unter sich, um diese Kombination sinnvoll
auszuführen. Das heißt während sich einige Charaktere aus ausweglosen Situationen
noch retten können, haben andere Charakter hier fast keine Chance mehr und
verlieren ein Leben.
Für ein Partyspiel zwischen Freunden sicher kein starker
Kritikpunkt, aber für ein Online-Spiel nicht akzeptabel. Hier ist vielleicht
auch die große Anzahl an Kämpfern ein Kritikpunkt, denn 35 Charaktere nicht nur
einzigartig zu machen, sondern auch noch ausbalanciert, ist fast unmöglich.
Vielleicht hätte man sich da doch lieber auf ein kleineres Roaster
konzentriert.