
Fragt man Leute die sich mit eSports freizeitmäßig oder gar professionell beschäftigten nach großen eSports Events, so wird man immer die gleichen Antworten hören: WCG, ESWC, früher eventuell noch CPL. Zwar versuchten zwischenzeitlich andere große Events, auch aus dem asiatischen Raum, in die Liga der Großen Turniere und Events mit einzusteigen, meistens scheiterten sie jedoch bereits nach einem oder zwei Jahren.
So geschehen zum Beispiel mit den WEG, den World eSports Games. Sie wurden 2005 ins Leben gerufen, schafften in diesem Jahr auch drei sogenannte Saisons, verschwanden aber bereits 2006 nach der vierten Auflage von der Bildfläche.
Ein weiteres Beispiel war die World Series of Video Games. Sie öffneten Ende des Jahres 2006 den Spielern zum ersten Mal ihre Pforten, ca auch noch sehr erfolgreich. Überraschenderweise schafften es die deutschen Jungs vom Team Alternate, ehemals aTTaX, den Sieg in den Vereinigten Staaten zu holen. Auch im zweiten Jahr begann man noch voller freudiger Erwartungen auf ein spannendes WSVG Jahr 2007. Früh jedoch machten die Organisatoren den Fans - und vermutlich auch sich selbst - einen Strich durch die Rechnung, indem man Counter-Strike und WarCraft III aus dem Programm nahm und durch World of Warcraft, Guitar Hero 2 und Fight Night Round 3 ersetzte. Lediglich auf speziellen Stops der Tour sollte es noch Counter-Strike Turniere geben.
Doch nichtmal ein halbes Jahr später war dann Schluss für die WSVG. Offiziell hieß es, man wolle sich anderen Aufgabenfeldern widmen, vermutlich war der Druck der CGS und der harte Kampf am TV-Markt einfach zu viel für das Team der WSVG.
Im Nachhinein wurden viele Stimmen laut, die WSVG hätte es sich mit zu vielen Tourstops selbst verdorben. Auch der wohl bekannteste eSports Redakteur Michael 'Carmac' Blicharz meint, dass einige wenige, größere Stops dem Event mehr gebracht hätten und man so eventuell am Markt hätte bleiben können.
Reine Spekulationen und viele werden sich nun fragen, was denn KODE5 mit den Untergängen anderer großer Events zu tun hat. Nun, KODE5 könnte ein weiterer großer Name in der eSports Welt werden, oder aber auch in der Versenkung verschwinden.

2006 wurde das Projekt ins Leben gerufen und erfreut sich seitdem immer größer werdender Beliebtheit. Mit bewährten Spiel- und Qualifikationsverfahren anderer großer Events versucht man, ein Stück vom zwar großen, jedoch ungleich verteilten Kuchen "eSports" abzubekommen. Mit Counter-Strike 1.6 und WarCraft III, neben StarCraft wohl die beliebtesten eSports Titel weltweit, hat man hier nur zwei Spiele im Angebot und versucht nicht, mit Experimenten wie Guitar Hero neue Fangemeinschaften für sich zu gewinnen. Warum auch? Nach dem Wegfall der NGL ONE-Disziplin Counter-Strike ist das Angebot an top besetzten Counter-Strike Turnieren und Ligen nochmals deutlich geschrumpft. ESWC, WCG, ENC und eventuell noch der SEC sind die nennenswertesten davon. Da kommt es den Fans sicherlich ganz recht noch ein zusätzliches Event angeboten zu bekommen, bei dem auch wirklich die gesamte Weltelite an den Start geht.
In WarCraft III ist die Situation anders. Hier sprießen die Turniere nur so aus dem Boden und man weiss an manchen Tagen kaum, welches Event man sich heute mal anschauen soll. Gerade aus dem asiatischen Raum kommen dabei immer mehr Turniere mit namenhafter Besetzung auch ins Rampenlicht der europäischen Fans, wie die AWL oder der erst kürzlich stattgefundenen Road of the King (kurz ROTK), um nur zwei zu nennen.
Dennoch scheint die Begeisterung an Blizzards RTS Hit ungebrochen und so dürfte auch dem WarCraft III Turnier der KODE5 mehr als genug Beachtung und Bedeutung geschenkt werden. Dies nicht zuletzt auch aufgrund der Preisgelder, die ausgeschüttet werden. Zwar liegt man dabei nicht in den Regionen der bereits etablierten Turniere wie dem ESWC oder den WCG, doch kann sich der Sieger in WC3 immerhin über $ 10.000 freuen und das Gewinnerteam in CS bekommt ganze $ 25.000. Doch auch KODE5 spürt deutlich den Rückgang der von Sponsoren zur Verfügung gestellten Preisgelder. Konnte man im Jahre 2006 noch mit $ 160.000 Preisgeld aufwarten ($ 70.000 davon wurden bar ausgezahlt) liegt das Budget in diesem Jahr bei deutlich bescheideneren $ 60.000 in Form von Preisgeld und Sachpreisen. Sollte dieser Trend sich weiter fortsetzen und auch im nächsten Jahr wieder deutlich weniger Preisgeld zur Verfügung stehen, wird es wohl deutlich weniger als die rund 20 Qualifikationsturniere für dieses Final rund um den Globus geben. Zu hoch wären die Kosten, die für den Aufwand entstehen würden. Doch soweit ist es noch nicht und wenn es nach den Belangen der Fans gehen würde, käme es auch gar nicht erst soweit.
Doch wie es weitergeht und was der "Global Gaming Revolution", wie sich KODE5 selbst nennt, noch alles bevorsteht und ob es wirklich eine Revolution für den eSport ist, wird sich vermutlich erst nach dem 10. und 11. Mai zeigen. Denn dann werden in Moskau ersteinmal die Gewinner dieses Jahres ermittelt.
Bleibt nur zu hoffen, dass KODE5 ein anderes Schicksal ereilen wird als die WEG, die WSVG, die MGC, die CPL und wie sie alle heißen.