Am Dienstag dieser Woche
wurde das Human Team für die dritte Race War Season bekannt
gegeben. Neben den beiden Worldelite Spielern Sky und Infi treten
auch wNv.TH000 und mTw-Rainbow für die Humans im Kampf um ein
Gesamtpreisgeld von 4,560 Euro an. Doch halt- fehlt dort nicht einer?
Der wohl bekannteste Humanspieler und wohl auch der stärkste
Vertreter der Rasse aus Europa. Richtig, die Rede ist von mouz.ToD.
Aber dieser scheint keine Zeit zu haben und wenn man etwas im Internet
nachforscht erfährt man, dass der gute ToD auf dem KODE5 France
Qualifier spielt. KODE5? Noch nie gehört? Gar nicht so
unwahrscheinlich wenn man bedenkt, dass wohl die einzige weltweite
eSport Veranstaltung mit den beiden Klassikern Warcraft III und
Counter Strike 1.6 kaum Wahrnehmung aus der Szene empfängt.
Eigentlich schade, denn
die KODE5 hat ein riesiges Potential, ähnlich wie die CPL
Worldtour könnte man eigentlich auch aus der "Global Gaming
Revolution" viel für die Szene schöpfen. Erster Punkt,
der aber zurzeit dagegen spricht, sind die eher langweiligen Regional
Qualifiers. Wenn wir uns das Event in Frankreich mal genauer
anschauen und einen Blick auf die Teilnehmerliste werfen, weiß
spätestens jetzt jeder, was gemeint ist. In Counter-Strike 1.6
tritt neben den drei französischen Teams Dimension4,
Against All Authority und dem atLanteam das deutsche
Top Team mousesports an. Problem erkannt? Bis auf mousesports sind
die restlichen Teams doch eher unbekannt in der internationalen Szene
und wenn es keine großen Wunder gibt, wird nach dem Wochenende
mouz ein Ticket nach Moskau in den Händen halten. Das Problem an
den Regional Qualifiers also? Sie sind vom Teilnehmerfeld also eher
langweilig besetzt und die Top Teams wollen eben nicht das Risiko
eingehen und gegen ein anderes Favoritenteam in einem Regional
Qualifier raus fliegen. Also wieso über ein Event berichten,
wenn der Gewinner doch schon eigentlich feststeht? Ähnlich sieht
es auch in der Disziplin Warcraft III aus, obwohl hier ToD noch viel
stärker dominiert und seinen Flug nach Moskau wohl auch schon kräftig plant. Keiner der drei anderen französischen Teilnehmer hat
weder ähnliche internationale Präsenz, noch reicht bei irgendeinem die spielerische Fähigkeit, um ToD Konkurrenz machen zu können.
Leider ist das Qualifier
in Frankreich in dieser Hinsicht kein Einzelfall. Auch das vor kurzem
durchgeführte KODE5 Qualifier in Griechenland war in Sachen
Counter-Strike ganz ähnlich besetzt. Mit Gravitas Gaming gewann ebenfalls der bekannteste der Teilnehmer und setzte sich gegen
fast alle Gegner sehr souverän durch. Aber es gab auch ganz
andere KODE5 Events die eher nicht dem typischen Bild entsprechen.
Als noch viele Finalplätze frei waren, konnte man zum Beispiel
im KODE5 Netherlands Qualifier ein sehr spannendes Counter-Strike
Finale sehen, welches SK-Gaming gegen CMAX gewinnen konnte. Es geht
also auch anders.
Bis jetzt konnte sich noch kein deutsches CS-Team
für das große Grand Final qualifizieren und auch im
heimischen Qualifier musste man sich den Jungs von emuLate geschlagen
geben. Aber führt das wiederholte Antreten am Ende nicht zu langweiligen
Auseinandersetzungen? Durch die mehrfache Teilnahme konnte
mouz mit ruhigem Gewissen eine Niederlage im niederländischen
Qualifier hinnehmen und sich im anstehenden französischen
Zwischenstopp ohne große Umstände qualifizieren.
Am Ende kann man sagen,
dass die KODE5 eine weltweilte eSport-Veranstaltung ist, in der sehr
viel Potential schlummert. Auch wenn ein Großteil der Qualifier
nicht auf einem starken spielerischen Niveau statt finden, so kann
man sich doch immer auf ein erstklassiges Global Final freuen, auf
dem die Weltelite gegeneinander um ein Preisgeld, in Höhe von
55.000$ und einigen Sachpreisen spielt. KODE5 ist mit ihrem
weltweiten Tourstopsystem eher eine etwas andere Liga, bietet aber
eine angenehme Abwechselung und treibt den eSport auf dem ganzen
Erdball weiter voran. Die Gaming Revolution rollt also weiter, egal
wie viel Aufmerksamkeit sie aus der Szene genießen kann.