Sam & Max ist eine Serie, die eigentlich gar keine Serie
ist, aber irgendwie doch eine Serie, da irgendwie… Vergessen wir’s. In der
Hochzeit der Lucas Arts Adventures im Jahr 1993, erschien Sam & Max: Hit the
Road als klassisches Point & Click-Adventure, welches in vielen Punkten
aber Akzente setzen konnte. So wurde erstmals auf das typische Aktionsverb-Menü
verzichtet und stattdessen auf einen interaktiven Mauszeiger gesetzt. Nun, fast
15 Jahre später, sind Sam & Max erneut auferstanden um die Welt sicherer zu machen.
Buxtehude ohne Igel
Sam & Max: Season One |
| Entwickler: | TellTale Games |
| Publisher: | Jowood
|
| System: | PC |
| Genre: | Point & Click |
| Spieler: | 1 |
| Release: | 15.08.2007 |
| System: | CPU 1,5GHz 256MB Ram 32MB Grafikkarte |
Sam & Max sind ein ganz besonderes Pärchen, denn hier
haben sich Hund und Hase gefunden. Gemeinsam üben der menschenähnliche Hund Sam
und der zu Gewalt neigende Hase Max, den Beruf der Freelance Police aus. Der
Humor des Spieles setzt stark auf diesen Kontrast. Denn während der Spieler
sich meist mit Sam identifiziert, kann in bestimmten Situationen das
Zurückgreifen auf Max sehr hilfreich sein. Hier kommt das klassische „Guter Bulle, Böser Bulle“ zum Einsatz. Denn während Sam versucht die Probleme
auf konventioneller Art und Weise zu lösen, ist Max gefragt wenn es darum geht
etwas oder jemanden Leid zuzufügen.

Generell spielt das Spiel gerne mit Klischees und zieht den
American way of life durch den Kakao. Sehr schamlos vergreift sich da Designer
Steve Purcell an den Werten der Vereinigten Staaten und dem geneigtem
US-Patrioten wird das Herz bluten, wenn er zum Beispiel sein geliebtes Amerika
an den Nachbarn Kanada verkaufen muss. Es sei jedoch jeder gewarnt, bei Sam
& Max handelt es sich um teilweise sehr anspruchsvollen Humor. Oft
erschließt sich der Witz erst nach einiger Zeit und vor allem als nicht
Amerikaner fehlt einem für viele Witze das Hintergrundwissen.
GZSZ für Gamer
Es war ein langes Gezerre um den Nachfolger von Sam &
Max: Hit the Road. Lucas Arts kündigte mehrfach eine Fortsetzung an, jedoch
gingen diese Versuche nie in Produktion über. Erst als Sam & Max-Erfinder
Steve Purcell sich mit einigen Kollegen von Lucas Arts trennte und sich mit
TellTale-Games selbstständig machte, nahm die Entwicklung gezielte Formen an.
Das Businessmodel der Auferstehung von Sam & Max sollte
jedoch anders aufgebaut sein, als man es als Spieler gewöhnt war. So wurde das
Spiel nicht komplett zu einem Stückpreis im Laden angeboten, sondern Pö a Pö
als einzelne Episoden zum Download bereitgestellt. Eine Episode kostete
umgerechnet 6 Euro und die gesamte erste Staffel bot für knapp 25 Euro den
Zugriff auf alle sechs Episoden. Eine einzelne Episode kann euch übrigens für
etwa drei bis vier Stunden vor dem PC-Monitor fesseln und auch die Größe von
120MB pro Episode, ist im Zeitalter von DSL zu verschmerzen. Die gesamte erste
Staffel kann mittlerweile auch in einer übersetzten Version im Laden
erworben werden. Der Publisher Jowood, brachte die komplette erste Staffel für
30 Euro als DVD auf dem Markt. Neben allen sechs Episoden, dürft ihr euch auch
noch auf einige Extras freuen. So findet ihr unteranderem in der DvD-Box auch
ein Poster und eine Making-Of-DVD vor.
Ein ausgestorbenes
Genre
Wer hätte gedacht, dass die Point & Click-Adventures
noch einmal ein Comeback feiern werden? Neben Sam & Max: Season One, konnte
vor allem der deutsche Entwickler Deck 13 mit „Ankh“ und „Jack Keane“ zwei große Erfolge verbuchen. Viele denken, dass das Point & Click einfach zu anspruchsvoll
für die Shooter und World of Warcraft verseuchte Generation ist. Man mag böses
denken wenn ich euch nun erzähle, dass auch Sam & Max in der Neuauflage um
einiges simpler wurde.

Frühere Lucas Arts Adventures, zeichneten sich durch sehr obskure
und abstrakte Rätsel aus. An die Spitze trieb es hier die Monkey Island Reihe,
wo ein Rätsel gerne mal in etwa so aussah: "Man nehme den Gullydeckel, tausche
diesen gegen einen Kunstkuhdarm ein, um diesen dann über das Gullyloch zu
spannen und jenes dann als Trampolin zu entfremden. Schlussendlich aber nur um den
Schlüssel von der Fensterbank aus dem dritten Stock zu nehmen." Solche Rätsel
bleiben uns bei Sam & Max: Season One erspart. Der eine mag sich denken „Oh
wie schade“, aber der größte Teil wird wohl eher erleichtert aufatmen
Klar gibt es Punkte an denen man seine grauen Zellen nutzen
muss, aber nach fünf bis zehn Minuten Nachdenken und Ausprobieren, ist jedes
Rätsel zu lösen. Nur wirklich ungeduldige Spieler, werden hier auf eine
Komplettlösung zurückgreifen müssen.